Antworten auf die meist gestellten Fragen

  1. Wie oft soll ich die Zähne meines Pferdes kontrollieren lassen?
  2. Wenn alte Pferde das Heu schlecht kauen können - ist es möglich Heu komplett mit Kraftfutter zu ersetzen?
  3. Sedation ja oder nein?
  4. Zahnbehandlungen während der Turniersaison, Dopingrelevanz
  5. Gibt es Zahnfüllungen in der Pferdezahnmedizin?
  6. Müssen Pferdezähne immer unter Vollnarkose entfernt werden?
  7. Die wichtigsten Unterschiede zwischen Wildpferd und domestiziertem Pferd

zu 1.) Wie oft soll ich die Zähne meines Pferdes kontrollieren lassen?

Grundsätzlich gilt: alte und junge Pferde häufiger kontrollieren als Pferde im mittleren Alter.

2,5-9 Jahre

alle 6-12 Monate Kontrolle, da sich die Pferde im Zahnwechsel befinden und bis zum 9.Lebensjahr die Backenzähne im Wurzelbereich in die Länge wachsen (bei Pferden mit tränenden Augen könnte dieses Längenwachstum die Ursache sein.) Die Wolfszähne sollten unbedingt in diesem Alter entfernt werden, da sie Schmerzen beim Anreiten verursachen können.

9-18 Jahre

außer bei Zahnfehlstellungen reicht eine jährliche Zahnkontrollen

ab 18 Jahren

jetzt sind bei manchen Pferden die Zähne nur noch sehr kurz und beginnen zu wackeln, die Funktionstüchtigkeit des Pferdegebisses lässt somit deutlich nach. Deshalb müssen die Pferde wieder häufiger kontrolliert werden. Wenn möglich zweimal im Jahr. Das gilt vor allem Pferden, die in der Weidesaison gut genährt sind, aber in der Winterzeit abnehmen. Das ist ein Zeichen dafür, dass sie das Heu nicht kauen und verwerten können, aber in der Stallzeit abnehmen, das sie das Heu nicht richtig kauen und verwerten könne.

zu 2.) Wenn alte Pferde das Heu schlecht kauen können - ist es möglich Heu komplett mit Kraftfutter zu ersetzen?

NEIN!
Alte Pferde benötigen Raufutter, da es sonst zu Verdauungsstörungen kommen kann. Müsli und Hafer können kein Heu ersetzten. Im Gegenteil, bei zu wenig Raufutteraufnahme übersäuert der Darm und nimmt somit den Hunger. D.h. es kommt durch die verminderte Futteraufnahme zu einem Energiemangel, die Pferde magern ab.
Heucops sind der beste Heuersatz: 1kg Heucobs/100kg Pferd/Tag, immer aufgeweicht füttern.
Auch Rübenschnitzel, Grünmehl und Kleie können sehr gut mit Heucobs kombiniert werden.

Mehrere Portionen sollten täglich gefüttert werden, da die Ruhephasen bei älteren Tieren ausgedehnter sind und pro Mahlzeit weniger Futter aufgenommen wird; der Futterbrei bleibt häufig liegen und verdirbt im Sommer sehr schnell.

1ml Pflanzenöl/kg Pferd wird als zusätzliche Energiequelle neben etwas aufgeschlossenem Getreide empfohlen

zu 3.) Sedation ja oder nein?

Ich persönlich halte eine Sedation für eine korrekte Zahnbehandlung sehr wichtig, da die Verletzungsgefahr durch die diamantbesetzten elektrischen Raspeln dann gering ist. Nur an einem nicht kauenden, ruhig stehenden Pferd kann eine optimale Angleichung der Kauflächen und dadurch eine Anpassung an das Kiefergelenk vorgenommen werden.

Ein Einschleifen der Schneidezähne mittels einer Trennscheibe ist ohne Sedation sehr risikoreich.
Laut Tierschutzgesetz ist es verboten, Tieren ohne ausreichende Medikation Schmerzen zuzufügen, das heißt, dass eine Entfernung von Wolfszähnen ebenfalls nicht ohne Sedation durchgeführt werden sollte.
Auch bei alten Pferden ist eine Sedation nur selten problematisch.
Bei Fragen zu den Narkosemittel, Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie mich jederzeit.

zu 4.) Zahnbehandlungen während der Turniersaison, Dopingrelevanz:

Grundsätzlich kann die Zahnbehandlung eines Sportpferdes nicht nur im Winter durchgeführt werden.
Die Pferde sind bei einer Standartbehandlung laut Pharmafirma nur ca. 5 Tage im Doping und können abends, bzw. spätestens am Tag nach der Behandlung wieder trainiert werden.

zu 5.) Gibt es Zahnfüllungen in der Pferdezahnmedizin?

Ja, diese Möglichkeit besteht. Zähne können dadurch erhalten werden.

zu 6.) Müssen Pferdezähne immer unter Vollnarkose entfernt werden?

Nur in seltenen Fällen.
Wir versuchen die Backenzähne während einer Stehnarkose über die Maulhöhle, ohne Zerstörung des Schädelknochens, zu entfernen.
Bei operativ zu versorgenden Fällen arbeite ich mit der Tierarztpraxis Manfred Stoll, in der Nähe von Wiesbaden, zusammen.

zu 7.) Die wichtigsten Unterschiede zwischen Wildpferd und domestiziertem Pferd:

WILDPFERDDomestiziertes Pferd
Futteraufnahmemind. 15h / Tagmeistens nur ca. 3h /Tag
Raufutterhartes Steppengras mit Staub und Schmutzweiches Heu und Stroh
Kraftfutter-2-3x täglich, führt zu Maulbewegungen mit kleineren Kieferbewegungen als bei Raufutter, da sonst die Körner von den Zähnen fallen, der Zahn wird nicht in seiner ganzen Breite abgenutzt und scharfe Kanten entstehen
Abnutzung Backenzähne3 mm pro JahrWeniger als 3 mm pro Jahr,durch die jährliche Zahnbehandlung wir dies korrigiert
Abnutzung Schneidezähnedurch Nagen an Holz, bei der Aufnahme von Sand und silikatreichem Futterkaum Abnutzung, da domestizierte Pferde in den Boxen nichts zum Knabbern bekommen

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